Revierverhalten – So regeln Katzen ihre Streitigkeiten

Allgemein

Die Sprache der Katzen

Revierverhalten

Das Revierverhalten einer Katze ist klar geregelt. Jede Katze benötigt ihr eigenes Revier. Auf dem Land und in der freien Wildbahn haben Katzen weite Flächen zur Verfügung. 

Die meisten Hauskatzen haben aber ein begrenztes Revier, welches oftmals sehr umkämpft ist. Alle Katzen besitzen einen Revierinstinkt, welcher Katzen dazu bewegt, ein eigenes Stück Land zu besitzen. Das eigene Revier einer Katze ist auch gleichzeitig ihr Jagdgebiet, wo sie sich ihre Nahrung beschafft. 

Jede Katze ist stets bemüht, ihr eigenes Revier für sich zu behalten. Obwohl Hauskatzen von ihren Besitzern mit Nahrung versorgt werden, beansprucht dennoch jede Katze weiterhin ihr eigenes Revier.

Das Revierverhalten einer Wohnungskatze bezieht sich nur allein auf die Größe der Wohnung. Zwei oder mehrere Katzen in einer Wohnung teilen sich das Revier - die Wohnung. Daher müssen sie auch nicht mit aggressiven Artgenossen Grenzstreitigkeiten ausfechten. Wohnungskatzen führen daher ein bequemes Leben.

Revierverhalten im Freien

Katzen mit Freigang treffen in ihrem Revier oftmals auf Gefahren. Alle Katzen eines Wohngebietes müssen sich bezüglich der Herrschaft eines Revieres einigen. In Wohngebieten, wo die Populationsdichte sehr hoch ist, teilen sich Katzen bestimmte Reviere. Die Aufteilung findet aber meist nicht immer gerecht statt. Ein Kater beansprucht beispielsweise mehr Raum als eine Kätzin. Kastrierte Katzen müssen sich dann mit weniger Platz für ein Revier zufrieden geben.

Das Revierverhalten von Kätzinnen ist etwas anders. So kann es vorkommen, dass sich die Reviere von weiblichen Katzen überschneiden. Man spricht hier von "neutralen Zonen". In diesen "neutralen Zonen" können die Katzen der angrenzenden Reviere aufeinander treffen, ohne dass es hier zu Aggressionen kommen muss. Ab und zu müssen auch weibliche Katzen einen dominanten Kater in ihrem Revier tolerieren, der das Revier der Kätzin als ein Grundbesitz seines eigenen Reiches betrachtet.

Kommt es in der Nachbarschaft zu einem Zugang einer neuen Katze, die ebenfalls ihr eigenes Reich beanspruchen will, so können sich die Reviergrenzen der einzelnen Katzen verändern. Wildkatzen hingegen haben keine Achtung vor den Reviergrenzen der Hauskatzen und verfolgen sie sogar bis in deren Wohnbereich. Selbst die Katzenklappe schreckt nicht zurück. 

Hierfür sind auch Katzenklappen im Handel erhältlich, die ungebetene Gäste nicht ins Haus lassen.

Neuaufteilung eines Reviers

Werden Katzen alt oder sind krank, so verringert sich auch die Größe ihres eigenen Reviers. Stirbt eine Katze, so wird deren Revier wieder neu verteilt.

Revierverhalten Grenzen markieren

Katzen markieren stets ihr eigenes Revier, insbesondere männliche nicht kastrierte Katzen. Der stechende Geruch des Urins eines Katers ist ein Zeichen dafür, dass hier betreten verboten ist.

Revierverhalten von Katzen

Diese Markierungen werden bei jedem Kontrollgang des Reviers regelmäßig erneuert. Auch der Kot einer Katze markiert das Revier der Katze. Ebenfalls ein Zeichen für das Markieren in einem Revier ist das Reiben an Gegenständen, um hier ebenfalls Duftspuren zu hinterlassen.

Das Revier einer Hauskatze

Das Revier einer Hauskatze teilt sich in drei verschiedene Bereiche auf:

  • das Heim
  • der Heimbezirk - inneres Revier
  • das Streifgebiet

Das Heim

Das Heim ist die erste Ordnung im Katzenrevier, die Wohnung oder ein anderer Bereich des Hauses, wo die Katze lebt. Meist sind es die Orte, wo die Katze regelmäßig ihr Futter bekommt und wo sie auch schläft.

Der Heimbezirk - inneres Revier

Der Heimbezirk oder inneres Revier ist ein weiterer Bereich im Katzenrevier. Als Heimbezirk bezeichnet man die direkte Umgebung der Katze in ihrem Heim der ersten Ordnung. Das sind die übrigen Orte des Hauses sowie der angrenzende Garten. In diesen Bereichen kennt die Katze jeden einzelnen Quadratmeter, da sie hier täglich ihre Kontrollgänge macht. In ihrem Heimbezirk hat sie meist feste Plätze, wo sie ihren Schlaf abhält oder einfach nur ihr Revier beobachtet.

Das Streifgebiet

Ein weiterer Bereich im Revier der Hauskatze ist das Streifgebiet. Dieses Gebiet befindet sich außerhalb ihres Heimbezirks. Dieses Streifgebiet wird allerdings von festen Pfaden gekennzeichnet. Diese Wege führen zu Versammlungsplätzen mit anderen Katzen, zu Jagdrevieren oder zu Paarungsorten. Beim Begehen der Pfade verlassen die Katzen diese nur selten.

Wie orientieren sich Katzen eigentlich in ihrem Revier?

Einige Katzenbesitzer haben vielleicht auch Sorge um ihre Katze, dass sie sich verlaufen oder nicht wieder nach Hause finden könnte. Doch diese Sorge ist unbegründet. Im Allgemeinen verlaufen sich Katzen in ihrem Revier nicht, denn sie kennen ja jeden einzelnen Quadratmeter. Außerdem ist der Orientierungssinn bei Katzen außerordentlich ausgeprägt. Auch größere Entfernungen sind kein Problem.

Aber dennoch können unvorhergesehene Umstände dazu führen, dass die Katze ihren Heimweg nicht findet. Das ist aber eher die Ausnahme. Beispielsweise tritt der Fall ein, wenn die Katze beim Erkunden eines ihr unbekannten Ortes in einem fremden Haus oder andere Gebäude eingesperrt wird. Auch könnte eine ihr nicht freundliche Nachbarkatze den Weg versperren, so dass das Passieren durch dessen Revier nicht möglich ist. Und nicht zuletzt der Straßenverkehr, wo viele Gefahren lauern.

revier verhalten

Für Katzen, die ungehinderten Freigang genießen, bildet die Wohnung bzw. das Haus mit dem angrenzenden Revier (Garten oder Wiese) zusammen die 1. Ordnung. Hier befindet sich der Katze ihr eigentlicher Lebensmittelpunkt. In ihrem Zuhause 1. Ordnung fühlt sich die Katze sicher und geborgen. Ist die Katzendichte in der Nachbarschaft sehr hoch, desto kleiner wird auch das Revier 2. Ordnung für jede einzelne Katze.

In dem Revier 2. Ordnung, was die Katze auch ihr Eigen nennt, kennt sie sich besonders gut aus. Hier nutzt sie ihre eigenen Ruhe- und Aussichtsplätze, von welchen sie ihre Umgebung regelmäßig kontrolliert. Je nach Witterung genießt die Katze so ein Sonnenbad, putzt sich das Fell oder sie hält ein Nickerchen.

Grenzstreitigkeiten im Katzenrevier

Es kommt nur sehr selten vor, dass sich Katzen über den Verlauf von Reviergrenzen nicht einig sind. Um Konflikte zu vermeiden, gehen sie sich meist aus dem Weg. Sollte dennoch der Ernstfall eintreten und zwei Katzen begegnen sich in einem Revier, kann es schon mal akut zur Sache gehen. Dann wird nicht nur gedroht, sondern eine der beiden Katzen attackiert sofort die andere. 

revierverhalten

Zu bößartigen Beißereien kommt es bei Grenzstreitigkeiten eher selten. Aber Tatzenhiebe mit Einsatz der Krallen werden zahlreich verteilt. Grenzstreitigkeiten werden häufiger von Katzendamen ausgeübt und auch öfter als bei ihren männlichen Artgenossen. Ist nach einem Streit endlich alles geklärt, wer nun der Chef ist, kommt es in der Folgezeit nur noch selten zu Auseinandersetzungen.